Weniger ist Mehrwert.

1. August 2016
von Sylvia Nickel
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To-do-List | So findest Du die passende App

Aufgabenmanagement mittels Pendenzenlisten ist eine bewährte Methode im Selbstmanagement. Eine Vielzahl an Apps verspricht optimale Unterstützung, doch der persönliche Erfolg hängt von den individuellen Anforderungen und dem Umgang mit der digitalen Unterstützung ab. Dieser Artikel befasst sich damit, welche Fragen Du im Vorfeld der App-Auswahl stellen solltest.

Zettelwirtschaft oder digitales Aufgabenmanagement?

Viele Menschen nutzen für die kleinen Aufgaben im Tagesverlauf post-it oder ein Generalbuch. Das ist vollkommen ok und ausreichend, solange die Anzahl der Zettel oder Einträge überschaubar bleibt.  Schwieriger wird es, wenn die Post-it verblassen, die Einträge überlesen oder gar vergessen werden. Spätestens dann solltest Du Dir Zeit nehmen, über ein neues Werkzeug und Ihren Umgang damit nachzudenken.

Für die Ordnung muss der Nutzer selbst sorgen, indem er auswählt, was und in welcher Form in die To-Do-List wandert, denn es geht nicht darum, alles zu dokumentieren, sondern durch die To-do-Liste eine Entlastung zu schaffen. Selbstverständlich kommt ein Aufgabenmanagement auch dann zum Einsatz, wenn große Projekte zahlreiche Arbeitspakete nach sich ziehen und diese gegebenenfalls im Team bearbeitet werden.

6 Fragen für die Auswahl Ihrer To-Do-App

  1. Alleine oder gemeinsam?
    Sollen größere Aufgaben im Team koordiniert werden stellt sich zusätzlich die Frage nach den Plattformen.
    .
  2. Win, IOS, Android & Co.?
    Ist die App für alle genutzten Systeme tauglich? Welche Systeme werden mit eingebunden?
    .
  3. Priorisierung notwendig?
    Inwiefern und wie fein soll eine Priorisierung erfolgen? Die meisten Apps bieten 3 Prioritätsstufen.
    .
  4. Dokumentenverknüpfung?
    Sollen in der Aufgabe auch dazu gehörende Dokumente verwaltet werden, so sprengt dies meist den Rahmen einer App für Smartphones; allerdings reicht häufig ein Link auf die Cloud, in welcher das jeweilige Dokument liegt.
    .
  5. Integration in bestehende Systeme?
    Schwieriger wird es, wenn die Aufgabenverwaltung in ein bestehendes Kalendersystem integriert werden soll. Todoist verfügt beispielsweise über ein Plugin für Outlook, OneNote und Evernote bieten ebenfalls die Koppelung mit bestehenden Systemen.
    .
  6. Datenschutz und Sicherheit?
    Der Datenschutz ist insbesondere bei geschäftlichen Anwendungen von Bedeutung.  Einen Aufschluss geben die Lizenz- und Vertragsbedingungen der Anbieter.

To-do-App (c) Sylvia Nickel

Natürlich kannst Du nun mit den so erarbeiteten Kriterien auf die Suche gehen; ich empfehle Dir jedoch den Besuch folgender Apps zur Vorauswahl:

  • Trello - eignet sich wunderbar auch zur Teamkoordination im Workflow. Das macht es allerdings auch komplex.
  • Todoist - vergibt Karma und ist damit ein zusätzlicher Motivator; außerdem bietet es eine Outlook-Integration.
  • Wunderlist - einfach und intuitiv; Aufgaben lassen sich teilen.
  • Outlook - der im Office mitglieferte Klassiker erweist sich mobil als Dinosauerier. Dies kann durch Plugins von Evernote, OneNote oder Todoist behoben werden
  • Evernote - Notizen und Aufgaben in einem; dies kann zur Verzettelung führen oder die Produktivität erhöhen.
  • OneNote - Notizen und Aufgaben in einem aus dem Hause Microsoft
  • Keep/Notizen – klein aber fein und auch gruppenfähig ist die Google-Lösung; daher nur für nicht allzu komplexe Aufgabenlisten geeignet.

Dieses Thema ist auch Gegenstand meines Webinars “die perfekte To-do-List“. Weitere Webinare  von mir findest Du übrigens auf edudip.

Eine entspannte Zeit mit vielen erledigten Aufgaben,
Sylvia Nickel

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15. Juli 2016
von Sylvia Nickel
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Update: in den Flow kommen

Wer sich leicht ablenken lässt, dem mag Musik helfen, die Konzentration zu erhöhen. Allerdings sollte die Auswahl einigen Kriterien folgen. Mittlerweile wird spezielle Flow Music angeboten, die verspricht den Arbeitsfluss zu erleichtern und in den Flow zu kommen. Dieser Artikel befasst sich mit einem Update zum Thema.

Warum der Flow so wichtig ist

Musik beeinflusst Stimmungen, natürlich auch am Arbeitsplatz. Sie wirkt auf Emotionen, aber auch auf Herzschlag und Atmung. Wie dies funktioniert habe ich hier beschrieben. Durch die Auswahl der geeigneten Musik kannst Du in einen Zustand zwischen Unter- und Überforderung gelangen, in dem es Dir leicht fällt, die eine oder andere Aufgabe zu bearbeiten.

Du reduzierst automatisch die Ablenkungen, etwa durch Geräusche, und kannst Dich ganz auf die Aufgabe einlassen. Der Zustand, in welchem Du Kraft aus der Tätigkeit schöpft, die Zeit vergisst, wird als Flow bezeichnet. Schön also, wenn man quasi per Knopfdruck dort hingelangen kann.

So findest Du Deine Flow Music

Neben kostenpflichtigen Anbietern, die allesamt einen kostenfreie Demoversion anbieten (einen Überblick findest Du hier) kannst Du kostenfreie Alternativen nutzen oder Dir selbst eine Flow-Playlist zusammen stellen bzw. einen Internetradiosender wählen. Beachte jedoch Folgendes:

  • Keine Werbeunterbrechungen, Interviews oder Gespräche. Sprachliche Signale lenken ab, da automatisch die Konzentration auf das Zuhören verlagert wird. Deshalb eignen sich klassische Radiosender nicht für den Flow.
  • gleichmäßige Musik fördert die Konzentration. Stelle Musik aus einer Richtung zusammen.
  • Rhythmen entsprechend von Atmung und Herzschlag eigenen sich besonders; wähle also im Zweifelsfall ruhigere Töne.
  • Instrumental ist besser als Gesang, denn hier können die Aussagen wieder ablenken.
  • Lautstärke: Wähle diese so, dass du die Musik gerade noch wahrnimmst. Ist sie zu laut erhöht dies den Stresslevel.
Flow Music (c) Sylvia Nickel

Flow Music (c) Sylvia Nickel

Wem es zu umständlich ist, das eigene Musikarchiv nach geeigneten Stücken zu durchsuchen greift auf “Konfektion” zurück. Neben den speziell für den Workflow bzw. die Produktivität entwickelten Diensten wie Noisli oder focus@will gibt es alternative Musikzusammenstellungen, etwa zum Abschalten, für Yoga oder Meditation. Diese eigenen sich ebenso gut für das konzentrierte Arbeiten.

Kostenfreie Alternativen

Es lassen sich zahlreiche Playlists und Internetradiosender finden. Kombiniere “Flow”, “Music” mit “Chillen” oder “Meditation”.

 

Ein entspanntes Arbeiten im Flow,

Sylvia Nickel
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4. Juli 2016
von Sylvia Nickel
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I am xinging in the rain

Angemeldet. Profil erstellt. Warten. Warten. Warten. Wieder abgemeldet. “Mit XING klappt das nicht”. Und damit Sie nicht im Regen stehen, gibt es hier einige Tipps für das Netzwerken auf der Networking-Plattform XING. 

Auf Events spreche ich gerne neue Kontakte auf die Social Media Networks an: “Sie sind Sie auf XING oder Linkedin?” Schließlich ist es einfach, im Nachgang eine Kontaktanfrage zu stellen und somit für weiteres Netzwerken verbunden zu sein. Häufiger höre ich “ich habe mich dort wieder abgemeldet. Das bringt nichts.” Dies hat meiner Auffassung nach zwei Ursachen: Die Zielsetzung und die Erwartungshaltung.

Was Sie von XING erwarten können

Xing ist wie Linkedin, Facebook oder Google+ eine Möglichkeit, sich digital zu vernetzen. Die jeweilige Plattform ist dabei Instrument und kein Netzwerk als solches. XING produziert für Sie keine Kontakte; dafür sind Sie selbst verantwortlich.

Mit der Einrichtung des Profils haben Sie die Möglichkeit, Profilbesucher zu interessieren. Dies setzt einen Besuch Ihrer Profilseiten voraus, weshalb auch Aktivität im Netzwerk sinnvoll ist. Das Profil besteht aus

  • Profildetails; hier ergeben sich interessante Möglichkeiten die Felder “Akademischer Abschluss” und “aktuelle Tätigkeit“, denn diese Informationen erscheinen stets neben Ihrem Namen.
  • Portfolio; ich empfehle Ihnen, das Portfolio auf Start zu setzen.
  • Weitere Profile im Netz; geben Sie hier aktuelle Projekte und weitere Profile ein, von denen Sie wünschen, dass Ihre (potenziellen) Kontakte diese nutzen
  • Kontakte; diese können Sie mit der Privatsphäre-Einstellung anzeigen oder ausblenden lassen.
  • Gruppen; eine Sichtbarkeit der Gruppenzugehörigkeit lässt sich unter “Einstellungen” vornehmen. Eventuell ist es sinnvoll, die Liste der Gruppen auf einige wenige zu beschränken.
  • Events; hier wird die Teilnahme an Events eingeblendet.
  • Aktivitäten; diesen Bereich über die “Einstellungen” sichtbar zu schalten ist ebenso empfehlenswert wird der “Aktivitätsindex”, denn so sehen die XING-Mitglieder, wie intensiv Sie diese Plattform nutzen. Wer nicht aktiv ist wird auch weniger kontaktiert.
XING-Einstellungen (c) Sylvia Nickel | 2nc.de

XING-Einstellungen (c) Sylvia Nickel | 2nc.de

Die Anmeldung und Profilerstellung sollte wohl durchdacht sein:

  1. Mit welchem Ziel melden Sie sich an? Folgen Sie der Empfehlung, schlichtweg registriert zu sein, pflegen Sie digital bereits bestehende Kontakte oder beabsichtigen Sie dies oder wollen Sie aktiv neue Kontakte knüpfen?
  2. Wie viel Zeit wollen Sie in das “xingen” investieren? Ein Profil will gepflegt werden und auch das aktive Verfolgen von Diskussionen in Gruppen benötigt Zeit. – Kleiner Tipp: schalten Sie bei regelmäßigem Login die E-Mail-Benachrichtigungen unter “Einstellungen” aus; die News und Nachrichten finden Sie nach dem Login auf der Startseite.
  3. Zufriedenheit; anhand welcher Kriterien werden Sie dem Netzwerk den Rücken kehren bzw. was ist Ihre Erwartung an die Plattform? – Stellen Sie diese nicht zu hoch, denn das digitale Netzwerken ist in der Regel eine Eintrittskarte für die Pflege realer Kontakte; ob sich daraus der Traumjob, der Traumkunde oder der perfekte Lieferant ergibt, hängt auch von Ihrer weiteren Vorgehensweise ab.

Sobald Sie dies geklärt haben steht dem aktiven Netzwerken nichts entgegen.

Aktiv Netzwerken auf XING

XING bietet verschiedene Möglichkeiten, das Netzwerk zu erweitern.

  • Personensuche über die Suchfunktion; so können übrigens Altkontakte fabelhaft reaktiviert werden.
  • Statusmeldungen; diese zu verbeiten lohnt vor allem, wenn die Kontaktliste bereits eine gewisse Größe erreicht hat, denn nur Kontakte sehen diese Meldungen. Bei einer Reaktion Ihrer Kontakte auf die Meldung sehen auch die Kontakte Ihrer Kontakte Ihre Statusmeldung. Das Prinzip gleicht den Statusmeldungen mit der Privatsphäre “Freunde” auf Facebook.
  • Events; Sie können diese nach Ort, Interesse oder Format suchen. Bei Treffen vor Ort lassen sich auf gewohnte Weise in der realen Welt Kontakte knüpfen; Online-Events bieten hingen die Möglichkeit, ortsungebunden das eigene Netzwerk zu erweitern.
  • Gruppen; hier wird intensiver zu bestimmten Themen diskutiert: Berufsfelder, Branche, Regionen, Trends. Aufgrund Ihrer Profilangaben werden Ihnen Gruppen vorgeschlagen. Testen Sie diese. Dabei geht auch hier die Diskussion in die realve Welt über, z.B. auf Gruppenevents.

Nun heißt es, aus Personen Kontakte zu machen und aus digitalen Kontakten reale, z. B. durch Telefonat, Treffen auf einem Event oder zum Austausch bei einem Kaffee. Nehmen Sie Kontaktanfragen ernst und wählen Sie aus, welche Sie bestätigen.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Netzwerken auf XING,

Sylvia Nickel

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Dieses Thema ist Teil  des monatlichen Updates “Kontaktmanagement & Netzwerken” im Juni 2016.  Die Aufzeichnung mit weiteren Tipps rund um Profildetails, Portfolio etc. finden Sie unter dem Link. Weitere Webinare  von mir finden Sie übrigens auf edudip.

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27. Mai 2016
von Sylvia Nickel
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Büro ist, wo W-LAN ist

Letztens stolperte ich über einen Post mit dem Titel “zuhause ist, wo sich das W-LAN automatisch verbindet”. In der Tat schafft ein W-LAN einen Wohlfühlfaktor; ist man doch angedockt an die digitale Welt. Das gilt insbesondere für das Büro 4.0. Was es damit auf sich hat, darum geht es in diesem Beitrag.

Mobiles und entgrenztes Arbeiten

Unsere Kommunikatonswege sind mittlerweile vielfältig. Dominierten in den 1980ern Telefon und Telefax so greifen wir heute auf E-Mail, Social Media Tools, Intranet Chats, Mobiltelefon, SMS, Messenger verschiedensten Ursprungs und manchmal – dies klingt in dieser Aufzählung schon steinzeitlich – Telefon zurück. Dies ist jedoch nur ein Faktor unter vielen, der die Arbeitswelt für viele verändert. Informationen werden abgeglichen, die meisten Daten stehen digital zur Verfügung; wir arbeiten ortsübegreifend und manchmal auch zu vollständig verschiedenen Arbeitszeiten am selben Projekt. Alls das macht den Wandel der Arbeitswelt aus, der sich mit “Arbeiten 4.0” oder – bezogen auf die Büroberufe – “Büro 4.0″ beschreiben lässt.

Zwischen Anwesenheitskultur und Flexibilität

Wenn das Büro 4.0 quasi an jedem Ort aufgeschlagen werden kann, dann funktionieren einige Werkzeuge aus der alten Welt nicht mehr, z. B.

  • eine umfassende Papierablage mit Rückgriffmöglickeiten,
  • zahlreiche Utensilien zur (Papier-)Bearbeitung,
  • Festnetzanschluss (insofern keine Weiterleitung an die Mobilfunknummer erfolgt),
  • Drucken und Scannen, insofern nicht auf Gemeinschaftsgeräte zurückgegriffen werden kann,
  • schnelles Nachfragen im Büro nebenan (dafür gibt es zum Glück Mobiltelefon, Messenger und Mail).
Neben diesen Aspekten beunruhigt viele Menschen, dass die Arbeitszeit anderer nicht mehr beobachtbar ist. Wer weiß schon, ob der Kollege jetzt gerade wirklich am Projekt arbeitet, jetzt, da er sich im Home Office befindet? Hier gilt es, eine größere Gelassenheit zu entwickeln; gemessen werden wir am Ergebnis, nicht am Input. Dies bezieht sich auch auf die Verfügbarkeit: Wer seine Zeit relativ frei einteilen kann, ist nicht zwangsläufig zeitgleich mit uns in seinem Büro 4.0.
Büro 4.0 (c) Sylvia Nickel | karrierenachmass.de

Büro 4.0 (c) Sylvia Nickel | karrierenachmass.de

Gerade diese Besonderheiten erfordern den Einsatz neuer Werkzeuge, um den Projektfortschritt, die Auftragsbearbeitung oder andere Elemente der Zusammenarbeit zu koordinieren: gemeinschaftliche digtítale Checklisten und Workflowmanagementsysteme ersetzen das Whiteboard aus der “alten Arbeit” (wenn man schon bei “Arbeiten 4.0″ auch gerne von “das neue Arbeiten” spricht). Wie sorgen wir aber weiterhin für den Team Spirit? Diese spannenden Fragen gilt es zu klären.

Büro 4.0 – digital und überall

Mein Büro 4.0 ist mittlerweile wirklich dort, wo ich W-LAN-Zugriff bzw. eine Datenverbindung habe: Im Home Office, im Coworking Space, im Park und bei Kollegen. Allerdings entscheide ich, wann ich mein Büro 4.0 besetze. E-Mail rund um die Uhr oder permanent an Messengern: nein! Wenn es wichtig und dringlich ist erreicht man mich über den Premiumkanal: Mein Mobiltelefon. Die Basisaustattung für das Arbeiten 4.0 finde ich mit

  • Notebook
  • Mobiltelefon
  • Generalbuch
  • Stift (Bleistift oder/und Füller)
  • (und Lesebrille).
Was gehört in Ihr Büro 4.0? Es lohnt sich darüber nachzudenken, denn weniger ist Mehrwert.

Ein entspanntes Arbeiten 4.0,
Sylvia Nickel

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16. Mai 2016
von Sylvia Nickel
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Geben und Nehmen im formellen Netzwerk

Formellen Netzwerken tritt man bewusst bei, etwa einem Berufsverband,  einem anderen Verein oder einer Unternehmensorganisation. Im Gegensatz zu den sich selbst bildenden informellen Netzwerken sind hier die Regeln der Kooperation mal mehr, mal weniger offen. Wie Du Dich in formellen bewegst erfährst Du in diesem Artikel.

Formelle Netzwerke

Formelle Netzwerke basieren auf Regeln wie beispielsweise die Satzung in einem Verein, die Richtlinien in einer Organisation. Manche formelle Netzwerke haben mit Mentoring oder Sponsorhip ein festes Netzwerkelement in der Konzeption integriert. Bei allen anderen gilt es: Beobachten, nachfragen, sich trauen, denn Menschen miteinander zu verknüpfen und sich in seiner Rolle vorstellen gehört überall dazu. Nachfragen ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Du durch eigene Initiativen “etwas ändern” möchtest, z. B. ein Veranstaltungsformat oder Abläufe. In diesem Fall gilt: Erkundige Dich bei den Netzwerkknoten, also gut vernetzte Personen, die unter Umständen auch eine besondere Rolle ausüben, innerhalb des Netzwerks.

Geben & Nehmen im formellen Netzwerk (c) Sylvia Nickel | 2nc.de

Geben & Nehmen im formellen Netzwerk (c) Sylvia Nickel | 2nc.de

Beobachte, was mit Dir passiert: gibt es Menschen, die Dich im formellen Netzwerken anderen vorstellen, Dir etwas darüber erklären? Gut, dann hast Du Deinen Netzwerkknoten bereits. Ist dies nicht der Fall so gilt das bewährte “erst geben – dann nehmen”, Merke Dir aber die Personen und die Taten, die Dir den Einstieg in das formelle Netzwerk erleichtern; irgendwann bist Du diejenige Person, die für neue Mitglieder im formellen Netzwerk der erste Ansprechpartner bist.

Tit for Tat

Zug um Zug” – dies steht für den behutsamen Umgang mit den eigenen Forderungen an das Netzwerk. Es gilt: immer erst geben, dann nehmen. Aber was gibt man in einem Netzwerk?

Natürlich kann man auch kleinere organisatorische Aufgaben übernehmen wie beispielsweise Beiträge zum Newsletter gestalten, Hilfen bei technischen Fragen anbieten usw. Allerdings ist der Grad zwischen Netzwerkgefälligkeit und professioneller Sach- oder Dienstleistung schmal. Niemand erwartet beispielsweise in einem formellen Netzwerk, dass ein Rechtsanwalt sich Konkurrenz zu seinem Hauptgeschäft macht, indem er kostenfrei Mandate übernimmt. Zum Glück schützt den Rechtanwalt wie die anderen Katalogberufe ohnehin seine Berufsordnung. In anderen Berufsfeldern sieht es anderes aus, z. B. Grafik, Mediengestaltung, Unternehmensberatung usw. Hier besteht meist ein unausgesprochener und gesetzlich nicht vorgeschriebener Grundsatz, so genannte freiwillige, professionelle “Pro-bono”-Leistungen vom Kerngeschäft zu trennen; Pro-bono sollte daher gut abgegrenzt und zum Wohle der Öffentlichkeit bzw. des Netzwerks und nicht zum Wohle einzelner Personen sein.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Du einer Person XY geholfen hast und Dir nun diese Person hilft. In einem funktionierenden formellen Netzwerk spricht sich Dein Engagement schnell herum, so dass Dir vielleicht Person Z hilft und nicht XY.

Entspanntes Netzwerken,

Sylvia Nickel

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Dieses Thema ist Teil  des monatlichen Updates “Kontaktmanagement & Netzwerken” im April 2016. Die Aufzeichnung mit weiteren Tipps rund um die Kontaktliste findest Du unter diesem Link. Weitere Webinare von mir findest Du auf edudip.

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14. Mai 2016
von Sylvia Nickel
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So findest Du Dein formelles (berufliches) Netzwerk

Netzwerken, insbesondere außerhalb der eigenen Organisation ist sinnvoll. Du erweiterst Deinen Kontaktkreis und bleibst informiert, wie bestimmte Dinge in anderen Organisationen oder Branchen gesehen werden. Zeit also, sich Gedanken, über formelles Netzwerken zu machen und das eigene Netzwerk zu erweitern.

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich seit 1992 in viele Netzwerke hereingeschnuppert, führte Gemeinschaftsveranstaltungen im Rahmen meines ehrenamtlichen Engagements in formellen Netzwerken durch und habe mich aus dem einen oder anderen Netzwerk auch zurückgezogen, beispielsweise aufgrund eines Umzugs oder einer Veränderung des Arbeitsschwerpunktes. Zu den Netzwerken, in die ich Einblick bekam (ich bin nicht in jedem der folgenden Netzwerke auch Mitglied), gehören beispielsweise Marketing Club, Bundesverband deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (bdvb), Mülheimer Expetrinnen Pool (MEP-Net). Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V. (WJD), Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V., Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V., Gesellschaft zur Förderung Angewandter Betriebswirtschaft und Aktivierender Lehr- und Lernmethoden in Hochschule und Praxis e.V. (GABAL), Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (bvbc)  und Deutscher Fachjournalisten-Verband (DFJV).

Formelle (berufliche) Netzwerke

Formelle Netzwerke geben sich in der Regel ein Regularium im Sinne eines eingetragenen Vereins. Damit ist der Zweck der Organisation bereits in der Satzung enthalten. Es lohnt sich jedoch, die Organisation vor Ort zu besuchen und sich das Veranstaltungsprogramm anzuschauen, denn der Vereinszweck ist meist umfassend und vage formuliert. Dies ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu den sozialen Netzwerken.

Auch wenn innerhalb dieser Plattformen die Möglichkeit besteht, einer Gruppe beizutreten so hat dies nicht mit der Angehörigkeit eines formellen Netzwerkes zu tun: Die Gruppenregeln beschränken sich auf ein Minimum wie respektvoller Umgang miteinander und Diskussion über ein bestimmtes Thema, die Strukturen sind zweistufig (Owner bzw. Administrator und Gruppenmitglieder) und nicht basisdemokratisch legitimiert. Ob jemand aktiv oder passiv ist und wie ein Ausschluss funktioniert … hier fehlen einfach Verbindlichkeiten. Natürlich sind die Social Media Networks geeignet, einen Kontaktkreis zu erweitern; ein nachhaltiges Netzwerken ergibt sich selten. Dies ist bei in-/formellen Netzwerken anders.

Leider existiert kein “Wahl-o-mat” für die Auswahl formeller Netzwerke. Daher beschränke ich meinen Überblick auf die Vor- und Nachteile dreier Netzwerktypen.

Alumni-Organisationen

Nahezu jede Hochschule verfügt über eigene Alumni-Organisationen, meist über mehrere – je nach Fachbereichen. Über diese wird der Kontakt zur Hochschule gehalten. Häufig finden Veranstaltungen mehrmals jährlich am Hochschulstandort statt. Und dies ist auch schon der Nachteil, insbesondere dann, wenn Dich Dein Berufsweg fernab vom Hochschulstandort geführt hat.  Da Almuni-Clubs auf freiwillger Basis existieren, ist überdies nur ein Teil der Absolventen Mitglied. Allerdings hilft Dir der Alumni-Club, Altkontakte aus Studienzeiten zu reaktivieren.

Interdisziplinäre Netzwerke

Interdisziplinäre formelle Netzwerke vereinen Angehörige verschiedener Berufsgruppen. Der gemeinsame Nenner mag die Hochbegabung sein wie bei MinD, die Arbeitsmethodik wie bei der GfA oder sich den gesellschaftlichen Problemen ganz uneigennützig stellen wie etwas der Lions Club.

Ortsbezogene Clubs und Verbände finden in der Region ihren gemeinsamen Nenner. Neben Zusammenschlüssen von Selbständigen und Unternehmern können dies junge Berufstätige oder Berufstätige in bestimmten Branchen sein.

Berufsverbände

Berufsverbände vertreten die Interessen des jeweiligen Berufs und bieten zudem Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung an. Häufig sind Berufsverbände in regionale Gruppen gegliedert, so dass regelmäßig Events vor Ort stattfinden wie beispielsweise im VDI oder im bdvb. Für die viele Berufe finden sich mehrere Berufsverbände. So organisieren sich Immobilienmakler beispielsweise im IVD oder im BVfI, Unternehmensberater finden sich im BDU, im  KMU-Beraterverband, im VBV oder einer anderen der zahlreichen Organisationen wieder.

Auswahlkriterien (c) Sylvia Nickel | karrierenachmass.de

Auswahlkriterien (c) Sylvia Nickel | karrierenachmass.de

Der Vorteil eines Berufsverbandes ist die Sicht über den Tellerrand der eigenen Organisation, möglichst in einem ähnlichem Arbeitsumfeld. Dies ist zugleich der Nachteil, denn ein Austausch mit Angehörigen anderer Berufsgruppen unterbleibt.

So gehst Du vor

Bei der Vielzahl an Netzwerken steht vor allem eines im Mittelpunkt: es sollte zu Dir passen und Dir Freude bereiten, Dich zu engagieren. Frage Deine Kolleginnen und Kollegen, ob und in welchem Verband sie Mitglied sind oder welche interessante Veranstaltung sie Dir empfehlen. So gewinnst Du einen Einstieg in die Thematik. Ist eine Vorauswahl getroffen bleiben 6 Schritte:

  1. Informiere Dich über Zweck und Modalitäten, z.B. auch über den Dresscode zu Veranstaltungen.
  2. Suche Dir ein interessantes Event aus.
  3. Nimm im Vorfeld Kontakt zum Organisator auf.
  4. Stelle Dich vor und versuche, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen.
  5. Pflege die neuen Kontakte.
  6. Entscheide, ob dieses formelle Netzwerk für Dich das geeignete ist.

Beschränke Dich auf maximal zwei Netzwerke, insbesondere, wenn diese mit regelmäßigen Veranstaltungen verbunden sind. So kommen schnell 12-20 Veranstaltungen im Jahr zusammen. Netzwerken ist kein Selbstzweck, sondern sollte Dir auf Dauer das Leben erleichtern. :-)

Ein entspanntes Netzwerken,
Sylvia Nickel

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3. Mai 2016
von Sylvia Nickel
Keine Kommentare

Welcher Arbeitstyp sind Sie?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fragt nach im Rahmen der Initiative Arbeiten 4.0 Ihrem Arbeitstyp. Interessante Fragen:

  • War 1986 die Karriere besser planbar als 2016?
  • Ist Home Office wünschenswert oder führt es zu Stress und Vereinsamung?
  • Ist Ihnen loyale Kooperation wichtiger als Wohlstand durch Leistung?

Die Arbeitswelt befindet sich Umbruch. Da ist es gut zu wissen, welche Werte das Grundgerüst der Vorstellung von Arbeit und Wirtschaft bilden. So können Sie die Stellschrauben Ihres Arbeitens im digitalen Wandel stellen.

Arbeitswelten

Lassen Sie sich auf diesen Test ein und entdecken Sie ihre Arbeitswelt. –> Hier geht es zum Test.

Mein Ergebnis hat mich nicht überrascht: bereits im Jahr  2000 begann ich, die Weichen für ein Home Office zu stellen, für die bewusste Vermischung von Arbeits- und Freizeit im Tagesablauf, für eine Arbeit der kurzen Wege und wenig Dienstreisen, für viel Bewegung und gesunde Ernährung, für kreative Freiräume und Achtsamkeit.

Ich bin auf Ihre Erfahrungen gespant und möchte im Webinar darüber sprechen. – Sind Sie dabei?

Ich wünsche eine entspannte Zeit,
Sylvia Nickel

28. April 2016
von Sylvia Nickel
Keine Kommentare

100 or less

Der Minimalismus ist eine Strömung, bei welcher die Akteure sich bewusst für das Notwendige entscheiden und demzufolge Überflüssiges verbannen. 100-or-less gilt dabei vielen als Maßstab; zu Hause, aber auch im Büro.

Gerade Digitalnomaden verzichten auf Ballast im Gepäck. Dazu gehören all die vielen Utensilien,

  • die schön aussehen, aber wenig genutzt werden,
  • die früher wichtig waren und heute einem Museumsstück gleichen,
  • die ein Statussymbol ohne direkten Arbeitsnutzen  darstellen.

Diese Schnecke trägt ihr Hab und Gut auf dem Rücken. Und sie hat alles, was sie benötigt. Sie mag Minimalisten als Vorbild gelten.

Schnecke (c) Sylvia Nickel

Schnecke (c) Sylvia Nickel

Wie bei jeder anderen Strömung auch, hielt ich inne und listete gedanklich meine Dinge auf, die ich wirklich zum Arbeiten benötige. Einige davon sind austauschbar; manche substituierbar, andere sind meiner “Old School”-Arbeitsweise geschuldet wie beispielsweise ein Taschenrechner. Ich war erstaunt: es waren weit unter 100 Dinge. Dabei entfielen viele Dinge, die zum Teil auch noch in meinen Schränken schlummern: Tacker, Enthefter, Präsentationsmappen, Dokumentenhüllen, (witzige) Büroklammern für jeden Anlass, Laminiergerät, Bindegerät usw. – Ein Grund mehr, demnächst gründlich aufzuräumen.

Im Grunde ist der Ansatz nicht neu, denn “Lean Office” bedeutet über optimierte Prozesse auch weniger Fix- und Wartungskosten sowie weniger Zeit für Vorgänge, die aus rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht nicht (mehr) benötigt werden wie beispielsweise die Papierablage in vielerlei Bereichen. – Bevor nun eine Diskussion entfacht über die Notwendigkeit papiergebundener Dokumentation … in vielen Bereichen ist diese obsolet, nicht in jedem.

- Wie viele Dinge benötigst Du? Auf welchen Ballast kannst Du beruflich verzichten?

Ich wünsche Dir ballastfreies Arbeiten,
und bedenke: Weniger ist Mehrwert.
Sylvia

~~~

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26. März 2016
von Sylvia Nickel
Keine Kommentare

Zeitpuffer schaffen

Beim Thema Zeitmanagement denken viele Menschen an gut strukturierte Kalendarien und eine akribische Bearbeitung der aufgelisteten Aufgaben. Doch es geht auch anders: Kennst Du Deine Pufferzeiten, Deine Abschalt- und Ruhezeiten?

Puffer statt Pause

Führe einige Tage eine Zeitaufzeichnung und stelle Dir Deine Regeln für das Management der Zeitpuffer auf. Hier sind meine:

  1. 60 Minuten zum Start. Wachwerden und die Vorbereitung auf den jeweiligen Tag erfordern eine Stunde – keine Diskussion!
  2. Zwölf Stunden zwischen zwei “Arbeitsschichten”. Auch wenn es kurzfristig mal mehr sein muss… auf die Dauer benötige ich diese Zeitspanne, um Abschalten zu können. Das heißt nicht = Freizeit! Es bedeutet Ruhe und innere Sortierung, Schlafen und Entspannen.
  3. 30 Minuten zum Ankommen in heimatlichen Gefilden inklusive Wegräumen der tagsüber benötigten Utensilien.
  4. 90 Minuten für die Hauptmahlzeit. Meine Hauptmahlzeit findet Abends statt und stellt für mich den Übergang von beruflichen in privates Engagement dar. Für Kochen, Genießen, Austausch und den Kaffee danach benötige ich rund 90 Minuten.
  5. Feierabend dauert immer mindestens 90 Minuten. Auch nach einem langen Tag und einer Ankunft nach Mitternacht benötige ich 90 Minuten, um einschlafen zu können.

 

Ziffernblattmethode (c) Sylvia Nickel

Ziffernblattmethode (c) Sylvia Nickel

So entsteht der Ansatz retrograder Zeitplanung: Ausgehend von den energetisch sinnvollen und notwendigen Puffern können nun die Termine herum geplant werden.

Ich verwende zur Tageseinteilung  die abgebildete Ziffernblattmethode. Diese hat den unschlagbaren Vorteil, dass Du erkennst, wann zwölf Stunden vorbei sind; in diesem Fall wird der blockierte Zeitraum außerhalb markiert oder Du arbeitest mit zwei Ziffernblättern: eines für den Vormittag (a.m. für “ante merdidiem”) und eines für den nachmittag (p.m. für “post meridiem”).

Ich wünsche Dir eine entspannte Zeit,
Sylvia Nickel

7. März 2016
von Sylvia Nickel
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Über Methoden, Apps und Konfusion

Im Experiment der Selbstoptimierung stoßen wir oft an unsere Grenzen. Wir lesen von Methoden, die uns keine Werkzeuge liefern und von Werkzeugen, denen die Methode fehlt. Das verwundert nicht, denn ein Werkzeug ist keine Methode; es bedarf beides, um das Ziel zu erreichen.

Latte Macchiato im Selbstmanagement

Ich liebe einen schönen Latte Macchiato. Diesen zu Hause oder im Büro zu bereiten musste ich jedoch erst lernen. Ich setzte auf die Old-School-Methode: Milch erhitzen, aufschäumen, Espresso hinzugeben. Drei Schritte. Es kling so einfach! Ich besorgte mir einen Milchaufschäumer – nein nicht einen; ich testete eine ganze Armada von Schaumschlägern. Mal gelang es mir, einen stabilen Schaum zu produzieren, mal nicht. Ich experimentierte mit der Milch: Ultrahocherhitzt oder frisch, mit kleinem oder großen Fettanteil. Dann las ich, dass die Milch exakt bei 60-70°C die richtige Temperatur hat, um stabil geschäumt zu bleiben. Ich investierte in ein Kochthermometer und nutzte dies solange, bis ich lernte, wie die Milch dampft, wenn sie die richtige Temperatur hat. Meine kleine Lerneinheit lässt sich aufgliedern in:

  1. das Ziel: der perfekte Latte Macchiato
  2. die Methode: Milch erhitzen, Aufschäumen, Espresso dazugeben
  3. das Werkzeug: Aufschäumgerat und Thermometer

Dabei ist das Thermometer einzig ein Lernwerkzeug, das ich solange benötigte, bis ich erlernt hatte, die richtige Milchtemperatur auch ohne Thermometer zu erkennen. Der Milchaufschäumer ist hingegen das Arbeitswerkzeug, das ich auch längerfristig zur Herstellung meines Lieblingsgetränks benötige.

Universalwerkzeug (c) Sylvia Nickel | 2nc.de

Lernwerkzeuge im Selbstmanagement

So wie beim Latte Macchiato kannst Du Methoden, Arbeits- und Lernwerkzeuge im Selbstmanagement unterscheiden. Es ist wichtig, zu erkennen, was Lern- und Arbeitswerkzeug ist, denn die Lernwerkzeuge begleiten Dich nur solange, bis zu die Methode mit dem richtigen Arbeitswerkzeug beherrscht. Dieses Zusammenspiel garantiert Dir den Umsetzungerfolg.
Beispielsweise hast Du von “getting things done” gehört, eine Methode, die David Allen entwickelt hat, um wirksam Aufgaben zu erledigen. Dabei diskutiert Allen die Methode und stellt mögliche Werkzeuge wie die Leitz-Sammelbox, Hängeregister usw. vor.  Nun liegt es an Dir, das für Dich passende Werkzeug zu finden und mit Hilfe eines Lernwerkzeugs wie einen Timer seine Anwendung zu trainieren.

Andersherum findest Du unter “Effizienz”, “Selbstmanagement” und “Zeitmanagement” viele Apps, die allesamt versprechen, Dir Deinen Alltag zu erleichtern. Setzt Du diese ein, ohne Dich mit der dahinter stehenden Methode auseinander zu setzen, wirst Du allenfalls Zufallstreffer landen, so wie beim Latte Macchiato, wenn Dir die Information über das Zusammenspiel von Milchfett und Milchtemperatur fehlt.

Dass Du ein Werkzeug ohne die richtige Methode nutzt fällt Dir dann auf, wenn es Dich mehr stresst als Dich zu entlasten und das Werkzeug einen großen Anteil Deiner Aufmerksamkeit benötigt. Gehe dann einen Schritt zurück und befasse Dich mit der Methode. Drei Fragen mögen Dir dabei helfen:

  1. Wie nutze ich die Methode?
  2. Welches Werkzeug unterstützt mich dabei?
  3. Mit welchem Werkzeug lerne ich den effektiven Einsatz der Methode?

Arbeitswerkzeuge im Selbstmanagement

Arbeitswerkzeuge setzt du täglich ein. Sie dienen direkt der von Dir eingesetzten Methode. So wie der Handwerker das hochwertige Profihandwerkszeug nutzt solltest Du die Qualität Deiner Werkzeuge prüfen:

  • Sind sie zuverlässig?
  • Genügen sie Deinen Zwecken?
  • Sind sie pflegeleicht?
Eine Vielzahl an digitalen Werkzeugen lässt sich kostenfrei finden. Dies genügt einem Schnuppern und Bewerten. Scheue Dich nicht vor einer Investition, so wie es der Handwerker mit seinem Werkzeug macht. – Ich schwöre auf meinen Leatherman. :-)
Viel Erfolg wünsche ich Dir bei der Auswahl des richtigen Werkzeugs für Deine gewählte Methode.
Eine entspannte Zeit, 
Sylvia Nickel

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